Aus der Vergangenheit des Posthofes

   Das Kulturdenkmal "Posthof" in dem berühmten Kurort Karlovy Vary wurde nach einer anschpruchsvollen Renovierung am 20. Juli 1994 zum 100 Jahrestag der Europäischer Uraufführung der Symphonie "Aus der Neuen Welt" von Antonín Dvořák feierlich wieder eröffnet.

   Der "Posthof" befindet sich im Tal der Tepl in einer herrlichen Parkanlage am Ortsende von Karlovy Vary in Richtung Mariánské Lázně (Marienbad).

   Die Historie des Posthofes datiert sich ab 1791, als der letzte priviligierte Postmeister Josef Korb von Weidenheim an dieser Stelle einer Hoff mit Stüllen und Schuppen für Kutschen baute. Er nutze dabei geschickt die Lage des Posthofes an einem beliebten Weg der Spaziergänger der damaligen Karlsbader Gesellschaft, um hier in kurzer Zeit aus einem einfachen Posthof ein attraktives Ausflugsziel mit Erfrischung und Musik zu schaffen.

   Im ersten Stock entstand der schönste Raum des Posthofes, der später "Blüchersaal" heute "Labitzký sál". Der Saal ist von einer Galerie umgeben, die Wandgemälde sind Werke des Malers Josef Kramolínund stellen Jagdszenen und Motive aus dem Bauernleben dar. Der spätere Verwalter Friedrich Pfitzenmeier baute 1818 den Preussischen Saal und 1827 einen Gartensalon – heute Tanzpavillon.

   Es ist der Anfang der Blütezeit des Posthofes, der sich zu einem berühmten kulturellen Zentrum der Kurgesellschaft entwickelte.

   Es wurden hier zahlreiche festliche Ereignisse wie Bälle oder Konzerte, aber auch die erste Ärztekonferenz veranstalltet, berühmte Persönlichkeiten wie Fürst Metternich, J. W. Goethe oder Nicolle Paganini zählten zu den Gästen des Posthofes.

   In der zweiten Hälfte des 19 Jahrhunderts erlebte der Posthof einen Aufschwung der ruhmreichen Musik-Epoche. Kurkonzerte gab es zweimal in der Woche, Symphoniekonzerte jeden Freitag.

   Das hohe künstlerische Niveau wurde durch die hervorragende Persönlichkeit des Chefdirigenten des Symphonieorchesters, August Labitzký, gewährleistet, nach dem auch, wie erwähnt, der ehemalige Blüchersaal umbenannt worden ist. Unter Labitzkýs Stabführung fand denn auch die europäische Uraufführung von Antonín Dvoøáks populärsten Werk, der Symphonie Nr. 9 e-moll "Aus der Neuen Welt" statt.

   Diese "gute alte Zeit" ging leider mit dem II. Weltkrieg zuende.

   Der Staat, dem der Posthof nach dem Krieg zufie, erwies sich als schlechter Verwalter. In den letzten 40 Jahren wurde der Posthof immer baufälliger und verfiel immer mehr. Dies änderte erst 1992, als die Firma Cimex Holding AG das Anwesen kaufte und in historischen Stil renovierte.

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